Podcast zum Nachlesen

Andacht vom 28.03.2020: In der Stille Gott entdecken

Jetzt sind die Innenstädte menschenleer. Vor eine Woche noch flanierten hier Zehntausende. Doch nun bleibt alles wie ausgestorben. Wie eine Wüste aus Beton und Stein. Unsere Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt. Das gewohnte Miteinander, die vertraute Geselligkeit – alles das weicht der sozialen Isolation. Eine Wüstenzeit.

Dabei liegt in dem erzwungenen Für-Sich-Sein auch eine Chance. Die gegenwärtigen Einschränkungen geben mir eine Möglichkeit zur Besinnung: Was ist mir eigentlich wichtig? Was trägt mein Leben – und meine Verbindung mit anderen Menschen?

 

Bevor Jesus das erste Mal öffentlich auftrat, suchte er die Stille. Um von Gottes unbegrenzter Liebe erzählen zu können, zog er sich zurück. Völlig freiwillig erlebte Jesus eine Wüstenzeit. Um sich selbst und dem Geheimnis Gottes auf die Spur zu kommen. Er fastete, aß und trank nur das nötigste. Denn mit nichts wollte er sich ablenken lassen. Jesus nutzte die Einsamkeit und die Stille in der Wüste, um zu beten und zu meditieren: Was ist mir eigentlich wichtig im Leben? Was ist der Sinn meines Lebens? Ich stelle mir vor: Jesus hat sich in der flirrenden Hitze auf einmal Gott nahe gefühlt. Der Wüstenwind berührt sanft wie ein Streicheln die Haut. Und Jesus weiß: Ich bin nicht allein. Gott ist bei mir – mit seinem Heiligen Geist. Jesus kann sich in dieser Wüstenzeit vergewissern. Er weiß nun: Was auch immer kommen mag, ich bin nicht alleine unterwegs. Gott ist bei mir. Das gibt ihm Kraft. Und Jesus kehrt aus der Wüste zurück ins Leben. Er erzählt den Menschen von diesem Gott, der die Liebe ist. Dabei begegnet Jesus den Menschen freundlich und liebevoll. Er hilft, ohne große Worte zu machen. Einfach weil es notwendig ist.

 

Von Jesus lerne ich: Wüstenzeiten können eine Chance sein. In der Stille kann ich eher auf Gott hören als im Trubel meines Alltagslebens. So kann ich den Beschränkungen unserer Tage etwas Positives abgewinnen. Ich kann mit auf das Wesentliche beschränken: Mit Gott im Gespräch zu sein. Viele fühlen sich beim Spaziergang an der Lahn dem Schöpfer nahe. Oder sie spüren diese Verbundenheit mit Gott, wenn sie durch die langsam aufblühenden Wälder joggen. Anderen helfen regelmäßige Gebete – morgens, mittags, abends. In der normalen Alltagshektik bleibt für alles das kaum Zeit. Gerne wollen wir Sie darin unterstützen, wenn Sie Tagzeiten-Gebete für sich ausprobieren wollen. Schauen Sie auf dieser Homepage nach – dort finden Sie Beispiele, die das Reden mit Gott leichter machen. Vielleicht haben Sie für sich auch ganz andere Möglichkeiten entdeckt, um in dieser Wüstenzeit Gott zu entdecken. Schreiben Sie uns. Gute Beispiele geben wir gerne weiter.

Pfarrer Guido Hepke (Tel. 0 64 71 / 31 19 400; hepke@evangelisch-in-weilburg.de)

 

 

 

 

© 2019 Evangelische Kirchengemeinde Weilburg.

                                                                                                                                                                      

Impressum

                                                                                                                                                                                                       

Datenschutz