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Andacht vom 04.04.2020: Jesus kommt

Die Menschen stehen dicht an dicht. Manche quetschen sich nach vorne. So können sie besser sehen. Andere haben Palmzweige dabei, die sie fröhlich schwenken. Alle jubeln.  Da zieht Jesus in die Stadt ein. Er reitet auf einem Esel. Die Menschenmenge feiert: Auch wenn Jesus nicht so aussieht – wie ein König zieht er in Jerusalem ein.

 

In Zeiten der Corona-Pandemie ist das kaum mehr vorstellbar: Menschenmengen versammeln sich am Straßenrand. Vielleicht umarmen sich sogar wildfremde Leute. Einfach weil sie sich so sehr freuen. Jesus ist gekommen. Wie würde Jesus wohl heute kommen? In Zeiten von Kontaktbeschränkungen oder Ausgangssperren? Vielleicht würde Jesus einen Segen sprechen – mitten in der Stadt. So wie das der Papst in Rom gemacht hat. Um den Menschen zu zeigen: Gott ist bei euch. Oder Jesus würde sich ans Telefon setzen – und einfach anrufen. Den Menschen zuhören. Mit ihnen reden, um deutlich zu machen: Auch wenn ihr nicht aus eurer Wohnung rausgeht - Ihr seid nicht allein. Vielleicht würde Jesus auch mithelfen im Krankenhaus. Mit Mundschutz und Schutzkleidung Patienten versorgen. Und wenigstens für einen Moment eine Hand halten. Ein Lächeln schenken – das geht auch mit den Augen.

 

Wenn ich es mir so recht überlege, dann ist Jesus eigentlich längst da. Er wirkt in all den Menschen, die heute einen anderen segnen. Begegnung schenken – am Telefon. Trost weitergeben. Freundlich sind. Als Jesus damals in Jerusalem einzog, da haben die Menschen verstanden: Dieser Jesus ist kein normaler König. Seine Macht beruht nicht auf Gewalt oder Reichtum.  Jesus ist ein König der Herzen. Ein König des Friedens. Er schenkt uns die Verbindung zu Gott. Der Schöpfer allen Lebens ist auf unserer Seite. Was auch immer geschieht.  Er begleitet uns auch in dieser Corona-Pandemie. Manchmal spüren wir etwas von seiner Liebe. In einem freundlichen Wort. Im Lächeln eines anderen Menschen. Durch einen Segen.  Jesus selbst sagt: Ich bin bei euch, jeden Tag, bis ans Ende der Welt. Also: Fürchtet euch nicht. Bleibt behütet.

Pfarrer Guido Hepke (Tel. 0 64 71 / 31 19 400; hepke@evangelisch-in-weilburg.de)

 

 

 

 

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