Ein ganzes Wochenende - mit Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals

„KulturSpur – Ein Fall für den Denkmalschutz“ - unter diesem Motto werden beim diesjährigen bundesweiten Tag des offenen Denkmals Bauwerke unter die Lupe genommen, Geschichte und Geschichten ermittelt und Zusammenhänge aufgedeckt. Auch in Weilburg gibt es wieder ein vielseitiges Programm, das unsere Kirchengemeinde zusammen mit der Stadt Weilburg, dem Geschichtsverein und vielen weiteren Partnern auf die Beine gestellt hat. So viele interessante Programmpunkte werden geboten, dass es in diesem Jahr sogar schon am Freitag losgeht.

Neue Geschichten aus alten Knochen und Gemäuern

Den Auftakt zum Wochenende bildet dabei eine Veranstaltung am 9. September in der Schlosskirche ab 18 Uhr. Ganz passend zum Motto vermitteln drei Impulsvorträge zu Bioarchäologie, Anthropologie und Denkmalpflege spannende Einblicke. Der Diplom-Biologe Joachim Schleifring geht dabei unter anderem der Frage nach, wie groß Karl der Große wirklich war, wie alt der Hl. Luidger wurde und ob Stiftsherren an Zahnschmerzen litten. Martina Lenz berichtet aus der Erforschung des Knochenkollektivs unter dem Kirchendach von St. Johannes in Spangenberg und wie die Knochen von über 1.286 Individuen einen Blick in die Vergangenheit ermöglichen. Und Pfarrer Guido Hepke widmet sich dem Spannungsfeld von Totenruhe und Totenstörung im Kontext von Forschung und Baumaßnahmen an Grabstätten.

Eröffnungsgottesdienst

Die offizielle Eröffnung des Denkmaltages findet mit dem Gottesdienst am Sonntag um 10:30 Uhr in der Weilburger Stadt- und Schlosskirche statt. Der historische Kriminalfall des Weilburger Kadettenmordes, der 1827 die ganze Region bewegte, bildet dabei den Hintergrund für die mittlerweile zur Tradition gewordenen Spielszenen. Die Schlosskirche selbst setzt dabei einen Kontrapunkt zu dem brutalen Geschehen und lässt Pfarrer Guido Hepke die Ereignisse von 1827 in seiner Predigt einordnen. Im Anschluss eröffnen der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer und Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch mit Grußworten den Tag des offenen Denkmals. Ein Vortrag von Bernd Schrupp in der Schlosskirche um 15 Uhr greift noch einmal den außergewöhnlichen Kriminalfall des Kadettenmordes auf mit der Vorgeschichte, der Tat und der Aufarbeitung dieses Ereignisses.

Der Kirche aufs Dach steigen

Um 12 und 14 Uhr kann man der Schlosskirche aufs Dach steigen. Im Rahmen der Sonderführungen können mit Jan Kramer Bereiche der Kirche erforscht werden, die normalerweise für Besucher verschlossen bleiben: Nach einer Turmbesteigung inkl. Glockenstuhl wird das Dach der Schlosskirche erkundet. Die Führung bietet zudem spannende Einblicke in die historische Orgel.

Besonderen Orten auf der Spur

Weitere Führungen zu spannenden Orten gibt es an beiden Wochenend-Tagen. Am 10. September kann um 10, 12 und 14 Uhr das ehemalige Lustschloss Windhof, die heutige Technikakademie, besichtigt werden.

Um 17 Uhr findet, beginnend am Marktplatz, ein Rundgang „auf den Spuren der Garnisonsstadt Weilburg“, mit Ralf Driehaus statt; ein weiterer am 11.09., 13.00 Uhr, dann ab Rathaus.

Am 11. September präsentiert um 12 Uhr die Bürgerinitiative Alt-Weilburg das umfassend sanierte Kriegerdenkmal an der Ecke Mauerstraße/ Niedergasse. Ab 13 Uhr werden Besichtigungen der Engelmann'schen Mühle angeboten. Von 12- 18 Uhr werden vom Obst- und Gartenbauverein Führungen durch die Terrassengärten an der historischen Stadtmauer angeboten. Selbiges gilt für den historischen Eiskeller und heutigen Weinkeller der Oberlahn-Winzer – ggfs. mit anschließender Weinverkostung. Führungen gibt es auch im Schloss und im Schlossgarten. Auf den Spuren der Reformation in Weilburg bewegt sich außerdem eine Geo-Schatzsuche für Kinder und Jugendliche. Sie wird am Samstag sowie am Sonntag jeweils von 10-14 Uhr angeboten. Mit einem Weilburger Schmuckstück, dem Rollschiff, kann am Samstag und Sonntag zwischen 13 und 17 Uhr die Lahn überquert werden.

Konzert und Orgelmusik

Am 10. September erklingen um 19 Uhr in der Schlosskirche Kantaten und Sinfonien von Johann Sebastian Bach und Christoph Graupner. Es musiziert das Ensemble Harmonie Universelle, Magdalena Harer singt den Sopran. Karten gibt es im Vorverkauf im Weltladen und beim Verein Alte Musik im Weilburger Schloss sowie an der Abendkasse. Den Schlusspunkt setzt am 11. September um 16 Uhr ein Orgelkonzert mit Dekanatskantorin Doris Hagel. Hier wird die Sauer-Orgel zum letzten Mal vor der Renovierung erklingen. Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird aber eine Spende zugunsten der Orgelsanierung erbeten.