Zimmer frei!




Zimmer frei! – Prominente suchen ein Zuhause. – Vielleicht kennt Ihr/ kennen Sie noch die Fernsehshow, in der die WG-Tauglichkeit von Prominenten spielerisch getestet wurde. Um die Suche nach freien Zimmern geht es auch heute. Aber für den Test auf WG-Tauglichkeit bleibt keine Zeit. Die Flüchtlinge aus der Ukraine brauchen schnelle Hilfe. Hierzu macht sich Pfarrerin Doris Volk-Brauer Gedanken – in einem neuen Wort zum Sonntag.


Kennen Sie noch die Fernsehshow im WDR mit dem Titel „Zimmer frei! – Prominente suchen ein Zuhause“? Götz Alsmann und Christine Westermann moderierten die Show und stellten zwei Bewohner einer fiktiven Wohngemeinschaft dar, die für ein „freies Zimmer“ einen „Mitbewohner“ suchten. Der prominente Gast der Sendung stellte den Interessenten für das Zimmer dar. Während der Sendung lernten die Moderatoren den Gast durch Gespräche näher kennen und testeten seine „WG-Tauglichkeit“ mit verschiedenen Spielen und Aufgaben. In einem Einspielfilm wurde die Wohnung, die Arbeitsstätte oder das Urlaubsdomizil des Gastes vorgestellt und ein Interview mit dessen Freunden, Nachbarn oder Kollegen gab tiefere Einblicke in den Charakter des Bewerbers.

Zimmer frei - So ist auch der Titel, unter dem das Dekanat an der Lahn und die Diakonie im Kreis Limburg Weilburg versucht, Wohnraum zu finden, der den Ukrainischen Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden kann.

Zimmer frei – Ja, aber kann ich das? Bad und Küche teilen mit Menschen, die ich nicht kenne, die nicht meine Sprache sprechen, von denen ich nichts weiß und die Schreckliches erlebt haben müssen. Was brauchen sie - und bin ich dafür der oder die Richtige? Berechtigte Fragen, aber der Krieg in der Ukraine lässt uns keine Zeit, zu überprüfen, ob die, die Aufnahme und Obdach brauchen, auch WG tauglich sind. Sie sind da, unfreiwillig, und wollen eigentlich gar nicht ihre Sachen auspacken. Sie wollen eigentlich nur zurück in ihr Land und dort in Frieden und Freiheit leben können als Ukrainerinnen und Ukrainer.

Zimmer frei! Wunderbarer Weise öffnen sich mehr Türen als man es erwarten könnte. Leerstehende Pfarrhäuser oder Gemeindehäuser werden umfunktioniert. Freizeitstätten, Jugendherbergen werden für Flüchtlinge freigehalten, Notaufnahmen eingerichtet, aber daneben öffnen immer mehr Privatleute auch ohne große Worte ihre Türen und Häuser.

Ein bisschen ist es wie bei der Speisung der 5000. Bei der waren zuerst auch nur 5 Brote und zwei Fische da. Am Ende blieben mehr Brocken übrig, die eingesammelt wurden, als zu Beginn vorhanden waren. Wo die Herzen von Menschen berührt werden, wo einer den Anfang wagt und einfach teilt da geschieht unter uns ganz viel. Immer noch und immer wieder. In meinem Sprachgebrauch ist das ein Wunder. Danke dafür.


Pfarrerin Doris Volk-Brauer, Evangelische Kirchengemeinde Kubach-Hirschhausen



Krankheitsbedingt gibt es an diesem Wochenende kein Video zur Andacht.


An diesem Wochenende gibt es am Sonntag um 10.30 einen Gottesdienst in der Schlosskirche, gestaltet von Lektorin Sandra Budecker. Ab diesem Sonntag bestehen keine Zugangsbeschränkungen mehr; Masken müssen nur noch beim Singen getragen werden.

Am Montag gibt es um 18 Uhr ein ökumenisches Friedensgebet – dieses Mal in der katholischen Kirche in Löhnberg.

Herzlich willkommen!