Grenzüberschreitungen

Bis hierher und nicht weiter! – Manchmal müssen wir schon deutlich werden, damit Distanz und Nähe im Gleichgewicht bleiben.

Über Grenzüberschreitungen im privaten und politischen Bereich macht sich Pfrin. Doris Volk-Brauer Gedanken – in einem neuen Wort zum Sonntag:


Bis hierhin und nicht weiter! Kennen Sie das Gefühl: Hier muss ich mal Pflöcke einschlagen und Grenzen deutlich machen, weil einer ständig versucht auf ein Gebiet einzudringen, wo ich ihn auf gar keinen Fall haben möchte? Ich fühle mich bedrängt, genötigt, und fahre meine Stacheln raus.

Wir stufen normalerweise fein ab, wie nah wir einen Menschen an uns heranlassen. Wie nah mir Nachbarn kommen dürfen, was über den Zaun wachsen darf und wie hoch ich die Hecke brauche, um mich vor neugierigen Blicken zu schützen. Nur, wenn ich das will, definiere ich die Grenze neu. Dann lade ich jemanden zu mir nachhause ein. Öffne ihm die Tür. Bitte ihn, sich an den gedeckten Tisch zu setzen. Führe ihn gern vom Keller bis zum Dachboden durchs Pfarrhaus. Aber ich erwarte unausgesprochen, dass er an der Tür zum Schlafzimmer höflich stehen bleibt oder ohne Worte akzeptiert, wenn Türen geschloss


en bleiben.

Distanz und Nähe. Wir erleben zur Zeit ungeheuerliche Grenzüberschreitungen. Tag für Tag in der Ukraine durch den Krieg, den Russland gegen sie führt. Und auch die Bilderflut im Fernsehen, sie kennt offensichtlich keine Grenzen mehr. Angst, Scharm, Zorn und Schmerz – wir nehmen am Leid, an der Verzweiflung unmittelbar teil. Gibt es noch einen friedlichen Weg und gibt es noch Rückzugsorte, private Räume?

Grenzüberschreitungen: Wir haben unsere Grenzen für die Flüchtlinge geöffnet, machen Platz in unseren Häusern – die Grenzen der Deutschen, die doch damals im 2. Weltkrieg auch die Grenzen der Ukraine überschritt


en hatten. Haben wir das Säuseln Gottes, den friedlichen Weg Gottes, gehört?

Ich will es glauben und hoffen, dass Gott uns Augen, Ohren, Hände und alle unsere sichtbaren und unsichtbaren Sinne öffnet, damit wir den friedlich Weg Gottes sehen, finden und tastend gehen. Und uns dabei doch auch unsere Rückzugsorte lassen, private Grenzen definieren und verstehen, was es heißt: Bis hierhin und nicht weiter.

Pfarrerin Doris Volk-Brauer Evangelische Kirchengemeinde Kubach-Hirschhausen




Am Sonntag gibt es in der Schlosskirche einen musikalischen Gottesdienst bzw. ein Liturgisches Konzert: Der Gospelchor u


nd das Duo Orbis gestalten das Frühlingskonzert, Pfarrer Guido Hepke steuert den liturgischen Rahmen mit Gebet und Betrachtungen bei. Beginn ist um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird eine Spende erbeten.

Bereits am Samstag


gibt es um 16.30 Uhr einen Gottesdienst in der Auferstehungskirche in Waldhausen, gestaltet von Lektorin Sandra Budecker.

Das ursprünglich für heute Abend geplante Ökumenische Abendgebet entfällt. Stattdessen wird es am 23.5. ein Ökumenisches Friedensgebet in der Schlosskirche geben.

Am kommenden Montag findet ein Ökumenisches Friedensgebet um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche in Löhnberg statt.

Herzlich willkommen!